Für Sie nachgefragt: Zeit- und Stressmanagement

Claudia Hochweis

Georg Gansfuß

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Hoher Termindruck und volle Posteingänge gehören für viele zum Alltag. Doch wie behält man trotzdem stets den Überblick über die anfallenden To-Dos? Wir haben zwei Expert:innen der ARS Akademie nach Ihren Tipps & Tricks zum Thema Zeit- & Stressmanagement befragt.

Personalverrechnungs-ExpertinClaudia Hochweis

In Ihrem Arbeitsalltag ist der Termindruck oft hoch. Welches einfache System oder welche Methode hilft Ihnen persönlich am meisten, um Prioritäten richtig zu setzen und nicht im Chaos zu versinken?

Ich führe dazu Aufgabenplanungen durch und vereinbare bereits im Vorfeld mit den Mandanten „Kalender“ für das Folgejahr, in dem wir Abgabetermine (Input des Mandanten) und Informationstermine (Output an den Mandanten) terminlich vereinbaren. Diese Termine werden dann in einen Kalender eingetragen. Sonstige diverse Arbeiten für unsere Kunden werden über den firmeninternen E-Mail Account verwaltet (Unterordner „to do“)  und erst verschoben, wenn die Aufgabe erledigt ist. Langfristigere interne Aufgaben werden über eine To-Do-Liste mit Prioritäten geführt.

Man verliert Zeit, weil sofort diskutiert, telefoniert oder nach Schuldigen gesucht wird, obwohl die eigentliche Aufgabe noch nicht definiert und strukturiert ist.

Stress entsteht oft dort, wo Abläufe unklar sind. Welchen typischen ‚Zeitfresser‘ in Ihrem Fachgebiet kann man durch eine bessere Organisation oder digitale Tools am einfachsten eliminieren?

Wir arbeiten mit Terminlisten, in denen auch regelmäßige interne Checks terminisiert sind. Dadurch wird immer wieder eine präventive Überlegung über notwendige Veränderungen und Anpassungen, Kontrollen etc. durchgeführt, die dann wieder in Aufgaben auf der To-Do-Liste landen. Darüber hinaus führen diese Überlegungen auch zu Teambesprechungen, woraus dann die Aufnahme von Schwerpunkt-Themen resuliert – was wollen wir alle gemeinsam als Überarbeitung/Verbesserung vornehmen, und damit wir dann versucht effiziente gemeinsame Rundschreiben, Formulare, Aufgabenstellungen zu generieren, die wiederum terminisiert in die To-Do-Liste wandern. Damit bleibt der Kopf frei für die Erledigungen und der Stresspegel niedrig.

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Georg Gansfuß

Experte für BauwirtschaftGeorg Gansfuß

In Ihrem Arbeitsalltag ist der Termindruck oft hoch. Welches einfache System oder welche Methode hilft Ihnen persönlich am meisten, um Prioritäten richtig zu setzen und nicht im Chaos zu versinken?

Hoher Termindruck gehört im Arbeitsalltag mittlerweile zur Normalität. Die heutige permanente Erreichbarkeit erzeugt häufig die Erwartungshaltung von „just-in-time“-Antworten. Mir persönlich hilft ein einfaches System: die konsequente Kategorisierung der ToDos in „wichtig“ und „dringend“. Aufgaben, die sowohl wichtig als auch dringend sind, werden priorisiert. Jene, die „nur“ wichtig oder „nur“ dringend sind, erhalten in Phasen hohen Termindrucks keine unmittelbare Priorität. Themen, die weder wichtig noch dringend sind, werden kritisch hinterfragt und jedenfalls verschoben.

Zusätzlich definiere ich bereits am Abend die Hauptziele für den Folgetag. Aufgaben, die delegiert werden sollen, kommuniziere ich den MitarbeiterInnen bereits am Vortag. Dadurch entsteht zu Beginn des Arbeitstages weniger Druck, und das Arbeiten kann strukturiert beginnen – sowohl für die MitarbeiterInnen als auch für mich. Auch das transparente Visualisieren von Fixterminen, beispielsweise Abgabeterminen, in einem gemeinsamen Kalender reduziert inneren Druck. Der Versuch, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, endet meist im Chaos sowie in für alle Beteiligten nicht zufriedenstellenden Ergebnissen.

Stress entsteht oft dort, wo Abläufe unklar sind. Welchen typischen ‚Zeitfresser‘ in Ihrem Fachgebiet kann man durch eine bessere Organisation oder digitale Tools am einfachsten eliminieren?

Typische „Zeitfresser“ in der Baubranche entstehen selten durch die eigentliche Arbeit auf der Baustelle oder im Büro, sondern meist durch unklare Abläufe, fehlende Informationen oder unzureichende Kommunikation. Man verliert Zeit, weil sofort diskutiert, telefoniert oder nach Schuldigen gesucht wird, obwohl die eigentliche Aufgabe noch nicht definiert und strukturiert ist. Aus meiner Sicht lässt sich dieses Problem mit einer klaren digitalen Struktur reduzieren. Entscheidend ist eine zentrale Plattform mit einheitlicher Ablage und klare Verantwortlichkeiten. Jeder Beteiligte muss sofort erkennen können, wo aktuell gültige Unterlagen zu finden sind. Zusätzlich helfen standardisierte Prozesse. Die Struktur und das digitale System dürfen keinesfalls zu kompliziert sein. In meiner beruflichen Praxis bringen interaktive Systeme besonders hohe Akzeptanz. Als langjähriger Pilotenausbilder handle ich nach dem Prinzip „Analyse – Action – Check“. Statt hektisch auf jede neue Information zu reagieren, wird zuerst die Situation bewertet, anschließend eine klare Maßnahme gesetzt und danach die Wirkung kontrolliert. Gerade unter Stress reduzieren solch einfache Standards Chaos und Fehler.

 

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Claudia Hochweis

Claudia Hochweis

Als erfahrene Steuerberaterin und ehemalige Leiterin einer Personalverrechnung im Industriebereich unterstützt sie Unternehmen sicher durch die Komplexität der österreichischen Lohn- und Gehaltsabrechnung. Ihr Fokus liegt auf der praxisnahen Umsetzung gesetzlicher Neuerungen, arbeitsrechtlicher Fragestellungen und Gestaltungsoptionen.

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Georg Gansfuß

Georg Gansfuß

Mit rund 25 Jahren Erfahrung in mittelständischen Bauunternehmen und internationalen Konzernen unterstützt er Führungskräfte und Gesellschafter in Hoch- und Tiefbauprojekten, Infrastrukturbau, Chancen- und Risikomanagement, Restrukturierung und Sanierung.

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