Für Sie nachgefragt: KI & Compliance

KI-Tools liefern Ergebnisse in Sekunden, Zahlungen laufen automatisiert durch die Systeme. Doch wer prüft, ob die Inhalte stimmen und ob hinter einer Zahlung alles mit rechten Dingen zugeht? Wir haben zwei Expert*innen der ARS Akademie gefragt, wo Unternehmen genauer hinschauen sollten.

Expertin für Agentic AI & KI-EthikWaltraud Jelinek-Krickl

Wie verändert sich die Zusammenarbeit im Büro konkret, wenn KI als gleichwertiges Werkzeug integriert wird und welche Rolle bleibt dem Menschen vorbehalten?

Die Integration von KI verändert die Büroarbeit grundlegend. Statt repetitive Aufgaben manuell zu erledigen, werden KI-Systeme mit präzisen Arbeitsaufträgen gesteuert und Ergebnisse in iterativen Schleifen überprüft. Der Fokus verschiebt sich auf die fachliche Prüfung der Outputs, deren Qualität von der Datenbasis abhängt. Teams diskutieren gemeinsam KI-generierte Vorschläge und analysieren deren Plausibilität. Für fachliches Urteilsvermögen, Kundenbeziehungen und Entscheidungsverantwortung bleibt der Mensch zuständig. KI-Systeme können zwar gut formulieren, die inhaltliche Richtigkeit muss jedoch stets geprüft werden. Die neue Arbeitsweise besteht darin, KI anzuleiten, Ergebnisse zu bewerten und Verantwortung zu tragen.

Seminare der Expertin

Unser Seminare & der Lehrgang mit Frau MMag. Jelinek-Krickl

Ausbildungen und Kurse zur Künstlichen Intelligenz in der ARS Akademie
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Lehrgang Künstliche Intelligenz für den Büroalltag

Die 2-tägige Hands-on-Gesamtlösung für KI-Anwender

27.01.2027+1
ab € 1.490,-
Ausbildungen und Kurse zur Künstlichen Intelligenz in der ARS Akademie
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Künstliche Intelligenz für den Büroalltag: Daten und Datenkompetenz

Vom richtigen Umgang mit dem neuen Gold: Risiken und Datenschutz praktisch handhaben - Modul 3

28.01.2027+1
ab € 510,-
Ausbildungen und Kurse zur Künstlichen Intelligenz in der ARS Akademie
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Künstliche Intelligenz für den Büroalltag: Probleme lösen & Entscheidungen mit KI treffen

KI als Werkzeug für Analyse, Planung und kreative Lösungsfindung einsetzen - Modul 4

28.01.2027+1
ab € 510,-

Wo sehen Sie die größten blinden Flecken bei Unternehmen, wenn es um den verantwortungsvollen Umgang mit KI-generierten Daten geht?

In der Praxis zeigen sich unterschiedliche Ansätze beim KI-Einsatz. Große Unternehmen implementieren Lösungen wie Microsoft 365 Copilot oder Custom GPTs, wobei der Kompetenzaufbau bei Mitarbeitenden variiert. Kleinere Unternehmen nutzen häufig öffentliche KI-Tools mit unterschiedlichen Datenschutzstandards. In beiden Fällen bestehen Herausforderungen bei der Dokumentation von Prüfprozessen, der Zuweisung von Verantwortlichkeiten und der Integration von KI in bestehende Arbeitsabläufe. Fragen zu Haftungsregelungen, Datenflüssen und Compliance werden unterschiedlich gehandhabt. Diese Aspekte können bei der KI-Nutzung eine Rolle spielen.

Juristin & Compliance-SpezialistinBirgit Horacek

Risikoanalyse, maßgeschneiderte Sanktionsmatrizen und die Einführung geeigneter IT-Systeme gehören zu Ihren Kernthemen. Wie findet ein Unternehmen heraus, ob seine aktuellen Prozesse noch ausreichend sind, oder ob es bereits ein Compliance-Risiko trägt?

Aus der Praxis zeigt sich sehr schnell, ob Compliance-Prozesse noch zum tatsächlichen Risiko eines Unternehmens passen. Kritisch wird es meist dort, wo immer mehr manuelle Prüfungen, Sonderfreigaben oder Einzelfallentscheidungen notwendig werden. Dann sollte man hinterfragen, ob Risikoanalyse, Kontrollmechanismen und IT-Unterstützung noch ausreichend auf das Geschäft abgestimmt sind. Gute Compliance bedeutet für mich, Veränderungen früh zu erkennen und Prozesse rechtzeitig anzupassen – nicht erst dann, wenn bereits ein Problem entstanden ist.

Unternehmen dürfen nicht unterschätzen, wie leicht sie selbst für Geldwäsche missbraucht werden können.

Dr. Birgit Horacek

Mittlerweile trifft die Pflicht zur Prüfung auf mögliche Geldwäschevergehen nicht mehr nur Banken, sondern jedes Unternehmen. Was ist Ihre dringlichste Botschaft an Geschäftsführer*innen die glauben, Geldwäsche sei ein reines Bankenthema?

Unternehmen dürfen nicht unterschätzen, wie leicht sie selbst für Geldwäsche missbraucht werden können. Entscheidend ist daher, den eigenen Geschäftspartner zu kennen und auch zu verstehen, wie Zahlungen tatsächlich erfolgen. Besonders kritisch sind Zahlungen von Dritten – also wenn der Zahlende nicht mit dem Vertragspartner übereinstimmt. Dann sollte klar sein: Wer zahlt, warum zahlt diese Person oder Gesellschaft und ist das wirtschaftlich plausibel?

Auch wir als Bank müssen unsere Kunden und deren Geschäftsmodell genau verstehen. Je nach Risikoprofil gehört dazu auch die Frage, mit welchen Kunden und Geschäftspartnern sie arbeiten und wie die entsprechenden Zahlungsströme aussehen. Meine wichtigste Botschaft ist daher: Kennen Sie Ihren Geschäftspartner und verstehen Sie den Zahlungsfluss. Ungewöhnliche Konstellationen dürfen nicht einfach akzeptiert, sondern müssen hinterfragt und nachvollziehbar dokumentiert oder abgelehnt werden.

 

Seminare der Referentin

Finanzmarkt, Compliance & Geldwäsche mit Dr. Birgit Horacek

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Tagung Finanzmarkt Compliance

Regulatorik, Governance & aktuelle Risikofelder

26.11.2026
ab € 750,-
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Geldwäscheprävention, Sanktionen & Embargos

Sanktionsscreening & Embargovorgaben sicher umsetzen

19.05.2027
ab € 720,-
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Waltraud Jelinek-Krickl

Waltraud Jelinek-Krickl

ist CFO bei der Krickl GmbH und Universitätsdozentin mit mehr als 26 Jahren Berufserfahrung. Derzeit arbeitet sie am KI-Projekt AIDEdu mit. Ihre Schwerpunkte reichen von Big Data & Business-Analyse bis zu Accounting & SAP. Außerdem prüft sie für die Austrian-Standards-Zertifizierung von KI-Manager:innen.

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Birgit Horacek

Birgit Horacek

ist promovierte Juristin und ausgewiesene Expertin für Compliance mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Geldwäscheprävention und Sanktionen. Sie leitet die lokale Compliance-Abteilung der Commerzbank in Wien und ist Vorstandsmitglied des ÖCOV. Dort verantwortet sie zudem die Leitung der Arbeitsgruppe Banken.

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