Kursüberblick
Fehlerhafte oder lückenhafte Dokumentation ist einer der häufigsten Gründe, warum Mehrkostenforderungen am Bau scheitern oder Haftungsfragen zu Lasten eines Vertragspartners entschieden werden. Aktuelle höchstgerichtliche Rechtsprechung – insbesondere im Zusammenhang mit der Geltendmachung von Mehrkostenforderungen – hat die Anforderungen an eine nachvollziehbare Dokumentation deutlich erhöht. Im Seminar erfahren Sie, welche Unterlagen in welcher Tiefe erforderlich sind, damit Ansprüche im Streitfall tatsächlich durchsetzbar sind und wie Sie als Auftraggeber*in oder Auftragnehmer*in Ihre Position durch strukturierte Dokumentation stärken.Im Rahmen des Seminars lernen Sie, wie Sie rechtlich relevante Sachverhalte am Bau gezielt und systematisch dokumentieren und erkennen, welche Dokumentation für die Geltendmachung von Mehrkostenforderungen (Nachträge, Störungen, Behinderungen) notwendig ist. Informieren Sie sich über die aktuelle höchstgerichtliche Rechtsprechung zu Dokumentationspflichten und Mehrkostenforderungen und wie diese einzuordnen und in ihre tägliche Praxis umsetzbar sind. Vermeiden Sie typische Fehler und „Dokumentationsfallen“, verzahnen Sie technische und juristische Dokumentation besser und etablieren intern klare Abläufe.
Die Vortragenden – Rechtsanwalt Mag. Lukas Andrieu, LL.M. (Baurechtsexperte und Partner der ScherbaumSeebacher Rechtsanwälte GmbH), Dr. Wolfgang Treitler (langjähriger Leiter der Rechtsabteilung der ASFINAG) und DI Robert Wendl (Geschäftsführer der Wendl ZT-GmbH) – geben dabei sowohl einen fundierten rechtlichen Überblick als auch konkrete Einblicke in die Praxis großer Infrastrukturprojekte.
Kursinhalte
Dokumentationspflichten am Bau: Warum sind sie entscheidend?- Dokumentation als Beweismittel für Ansprüche, Beweislast und Prozesse
- Folgen mangelhafter Baudokumentation für Auftragnehmer*innen
- Aktuelle OGH-Judikatur zu Substantiierung und Nachvollziehbarkeit
- Mehrkosten durch Leistungsänderungen, Störungen und Behinderungen erfassen
- Vertragsgrundlagen und ÖNORM B 2110: Anzeige- und Rügepflichten einhalten
- Rechtsfolgen unzureichender Dokumentation laut OGH
- Bautagesberichte, Aufmaße, Pläne und Fotos korrekt führen
- Digitale Tools und Plattformen rechtssicher einsetzen
- Prozessfeste Unterlagen aus Sicht eines Infrastrukturauftraggebers
- Praxiseinblicke der Örtlichen Bauaufsicht (ÖBA) bei Großprojekten
- Diskussion konkreter Praxisfälle der Teilnehmer*innen
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an alle, die in Bauprojekte organisatorisch, technisch oder rechtlich eingebunden sind und mit der Dokumentation von Bauabläufen, Leistungen und Störungen zu tun haben, insbesondere an- Auftraggeber*innen und Auftragnehmer*innen im Hoch- und Tiefbau (öffentliche und private Bauherren, Bauunternehmen)
- Projektentwickler*innen und Projektsteuerer
- Ziviltechniker*innen, Planer*innen, Örtliche Bauaufsicht (ÖBA)
- Bau-, Projekt- und Polierleitungen, Baukaufleute, Contract- und Claim-Manager
- Mitarbeiter*innen von Rechts- und Einkaufsabteilungen (insb. Infrastrukturunternehmen, öffentliche Auftraggeber)
- Sachverständige sowie alle sonstigen Praktiker*innen, die Bauprojekte begleiten und die Bedeutung einer professionellen Baudokumentation kennen (oder kennen sollten)
ARS Akademie
Referenten
Individuelle Lösungen