Warum lohnt sich dieser Kurs?
Mehrkosten, Nachträge und Haftungsfragen entscheiden sich am Bau oft nicht an der Rechtslage, sondern an der Qualität der Dokumentation. Dieses Seminar zeigt, wie rechtlich relevante Sachverhalte korrekt festgehalten werden müssen, damit Ansprüche nachvollziehbar begründet oder wirksam abgewehrt werden können.Kursüberblick
Unvollständige oder unsystematische Baudokumentation zählt zu den häufigsten Gründen, warum Mehrkostenforderungen scheitern oder Haftungsfragen zu Lasten eines Vertragspartners entschieden werden. Die aktuelle höchstgerichtliche Rechtsprechung hat die Anforderungen an Substantiierung, Nachvollziehbarkeit und Beweisführung deutlich verschärft. Wer Ansprüche durchsetzen oder abwehren will, muss heute genau wissen, was, wann und wie zu dokumentieren ist.Doch welche Unterlagen sind im Streitfall tatsächlich entscheidend? Welche Dokumentation verlangt der OGH bei Mehrkosten aus Leistungsänderungen, Störungen oder Behinderungen? Und wo liegen typische Dokumentationsfallen, die in der Praxis immer wieder zu Rechtsnachteilen führen?
Dieses Seminar vermittelt, wie rechtlich relevante Sachverhalte am Bau gezielt, strukturiert und praxisgerecht dokumentiert werden. Sie erfahren, welche Anforderungen sich aus Verträgen und der aktuellen Judikatur ergeben und wie technische und juristische Dokumentation sinnvoll miteinander verzahnt werden. Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, wie Bautagesberichte, Aufmaße, Pläne, Fotos und digitale Tools so eingesetzt werden, dass sie im Konfliktfall belastbar sind.
Ein besonderer Mehrwert liegt in den Praxiseinblicken aus der örtlichen Bauaufsicht bei Großprojekten sowie in der Einordnung aus Sicht von Auftraggebern und Auftragnehmern. So gewinnen Sie Sicherheit bei der internen Organisation von Dokumentationsabläufen und stärken Ihre Position bei Mehrkostenforderungen, Nachträgen und Haftungsfragen nachhaltig.
Kursinhalte
Dokumentationspflichten am Bau: Warum sind sie entscheidend?- Dokumentation als Beweismittel für Ansprüche, Beweislast und Prozesse
- Folgen mangelhafter Baudokumentation für Auftragnehmer*innen
- Aktuelle OGH-Judikatur zu Substantiierung und Nachvollziehbarkeit
- Mehrkosten durch Leistungsänderungen, Störungen und Behinderungen erfassen
- Vertragsgrundlagen und ÖNORM B 2110: Anzeige- und Rügepflichten einhalten
- Rechtsfolgen unzureichender Dokumentation laut OGH
- Bautagesberichte, Aufmaße, Pläne und Fotos korrekt führen
- Digitale Tools und Plattformen rechtssicher einsetzen
- Prozessfeste Unterlagen aus Sicht eines Infrastrukturauftraggebers
- Praxiseinblicke der Örtlichen Bauaufsicht (ÖBA) bei Großprojekten
- Diskussion konkreter Praxisfälle der Teilnehmer*innen
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an alle, die in Bauprojekte organisatorisch, technisch oder rechtlich eingebunden sind und mit der Dokumentation von Bauabläufen, Leistungen und Störungen zu tun haben, insbesondere an- Auftraggeber*innen und Auftragnehmer*innen im Hoch- und Tiefbau (öffentliche und private Bauherren, Bauunternehmen)
- Projektentwickler*innen und Projektsteuerer
- Ziviltechniker*innen, Planer*innen, Örtliche Bauaufsicht (ÖBA)
- Bau-, Projekt- und Polierleitungen, Baukaufleute, Contract- und Claim-Manager
- Mitarbeiter*innen von Rechts- und Einkaufsabteilungen (insb. Infrastrukturunternehmen, öffentliche Auftraggeber)
- Sachverständige sowie alle sonstigen Praktiker*innen, die Bauprojekte begleiten und die Bedeutung einer professionellen Baudokumentation kennen (oder kennen sollten)
