80% für KI: Die Zukunft der Weiterbildung in Österreich
In einer Ära des rasanten technologischen Wandels steht die österreichische Wirtschaft vor einer entscheidenden Weichenstellung. Die aktuelle „Weiterbildungsstudie Österreich 2026“, die bereits zum 18. Mal von der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung in Zusammenarbeit mit MAKAM Research durchgeführt wurde, liefert klare Fakten: Weiterbildung ist nicht mehr nur eine „Begleitmaßnahme“, sondern das zentrale Universalwerkzeug, um die komplexen Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen.
Für HR-Verantwortliche und Geschäftsführer in Österreich bietet die Studie wertvolle Insights, wohin sich Budgets, Formate und inhaltliche Schwerpunkte entwickeln. In diesem Blogbeitrag analysieren wir die wichtigsten Trends und zeigen auf, wie Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen.
Der „KI-Schock“ bleibt aus: 80 % der HR-Verantwortlichen setzen auf Künstliche Intelligenz
Das wohl markanteste Ergebnis der Studie 2026 ist die massive Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Etagen des Personalmanagements. Während in den Vorjahren oft noch Skepsis herrschte, stehen heute 80 % der Befragten KI positiv gegenüber. Eine klar negative Haltung ist mit nur 1 % praktisch verschwunden.
Künstliche Intelligenz hat sich zum absoluten Top-Thema entwickelt: 68 % der Unternehmen sehen Digitalisierung und KI als den entscheidenden Faktor für ihren Konkurrenzvorsprung.
Was HR jetzt wissen muss: Die Top-KI-Kompetenzen
Die Studie identifiziert fünf Kernfelder, bei denen der Weiterbildungsbedarf über 37 % liegt:
- Grundlagenwissen zu KI (41 %): Das Verständnis für die Technologie an sich.
- Strategischer Einsatz im Unternehmen (40 %): Wie KI Geschäftsmodelle optimiert.
- Generative KI (40 %): Anwendung von Tools für Texte, Bilder und Lernmaterialien.
- Prompt Engineering (40 %): Die Fähigkeit, präzise Anweisungen an KI-Systeme zu geben.
- Rechtliche Rahmenbedingungen (37 %): Sicherheit im Umgang mit dem AI Act und Datenschutz.
Für das Management bedeutet dies: Es reicht nicht mehr aus, punktuelle Schulungen anzubieten. Es braucht eine integrierte Strategie, die alle Bereiche rund um KI, von den technischen Aspekten, über die rechtlichen, bis hin zu den ethischen abdeckt.
Strategische Budgets: Investitionen trotz wirtschaftlichem Gegenwind
Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds bleibt die Investitionsbereitschaft in die Köpfe der Mitarbeitenden stabil oder steigt sogar. 31 % der österreichischen Unternehmen haben ihr Weiterbildungsbudget für 2026 erhöht. Weitere 43 % halten ihre Budgets konstant, was in Zeiten von Inflation und Kostendruck als klares Bekenntnis zum lebenslangen Lernen gewertet werden kann.
Besonders interessant für die strategische Planung: 68 % der Befragten erwarten, dass die Bedeutung von Weiterbildung in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Dies unterstreicht, dass Personalentwicklung zunehmend als Kernaufgabe des Managements verstanden wird, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Der Format-Wandel: Hybrid ist das neue Normal
Der Trend weg vom reinen Präsenztraining setzt sich in Österreich massiv fort. Lag der Anteil der Präsenztrainings vor Corona noch bei 74 %, und vergangenes Jahr noch bei 60 %, sinkt er 2026 auf 46 %. Im Gegenzug gewinnen moderne Formate an Boden:
- Rein digitale Lernformen steigen von 21 % auf 30 %.
- Blended Learning (hybride Formate) klettert von 16 % auf 21 %.
Für HR-Abteilungen bedeutet diese Verschiebung, dass die Infrastruktur für digitales Lernen bereitgestellt werden muss.
Seminare zum Thema KI
Bringen Sie die KI-Skills Ihres Unternehmens auf das nächste Level.
Österreich im europäischen Kontext: Wettbewerbsfähigkeit durch Bildung
Erstmals untersuchte die Studie 2026 auch die europäische Dimension. Das Ergebnis ist eindeutig: 80 % der HR-Verantwortlichen sehen Weiterbildung als zentralen Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Marktumfeld.
Doch es gibt eine Wissenslücke: Während das Programm Erasmus+ bei 93 % der Befragten bekannt ist, führen andere wichtige europäische Initiativen ein Schattendasein. Der Europass (31 %), der Europäische Sozialfonds Plus (32 %) oder die European Skills Agenda (26 %) werden von deutlich weniger Unternehmen genutzt. Hier liegt brachliegendes Potenzial für das Management, um Fördermittel und standardisierte Kompetenzrahmen effizienter einzusetzen.
Was Unternehmen jetzt von Weiterbildungsanbietern fordern
Die Anforderungen an Bildungspartner haben sich grundlegend gewandelt. Es geht nicht mehr nur um die Vermittlung von Inhalten. Die Studie zeigt, dass Unternehmen aktive Unterstützung bei der Transformation suchen:
- Begleitende Beratung zur Implementierung (51 %): Mehr als jedes zweite Unternehmen möchte Unterstützung dabei, wie das Gelernte (insbesondere KI) operativ umgesetzt wird.
- Transferbegleitung nach dem Training (41 %): Die Sicherung des Lernerfolgs in der Praxis ist essenziell.
- Strategische Bedarfsanalyse (35 %): Bevor das Training startet, muss klar sein, was wirklich gebraucht wird.
Fazit für HR & Management
Die Weiterbildungsstudie Österreich 2026 macht deutlich: Wer heute nicht in die digitale Kompetenz und insbesondere in die KI-Readiness seiner Belegschaft investiert, riskiert den Anschluss im europäischen Wettbewerb.
Drei Handlungsempfehlungen für Ihren Erfolg:
- KI-Kompetenz breit aufbauen: Nutzen Sie die Akzeptanz von 80 % in der Belegschaft und etablieren Sie Lernpfade für Prompt Engineering und rechtliche Grundlagen.
- In hybride Formate investieren: Passen Sie Ihre Lernarchitektur an den Trend zu Blended Learning und digitalen Plattformen an.
- Förderungen prüfen: Nutzen Sie staatliche Förderprogramme sowie europäische Initiativen zur Finanzierung Ihrer Projekte.

