Warum lohnt sich dieser Kurs?
Der Beschäftigtendatenschutz steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen europäischem Datenschutzrecht, technischen Kontrollmöglichkeiten, betrieblicher Mitbestimmung und dem praktischen Einsatz von KI-Systemen. Die Veranstaltung behandelt dieses Spannungsfeld ohne Vereinfachungen, mit klarem Fokus auf Rechtslage, Judikatur und betriebliche Praxis.Kursüberblick
Die Veranstaltung vermittelt eine fundierte und realistische Einordnung des Beschäftigtendatenschutzes im Spannungsfeld von DSGVO, EuGH-Rechtsprechung, betrieblicher Mitbestimmung und dem Einsatz von KI-Systemen im Unternehmenskontext.
Im Fokus stehen die rechtlichen Grundlagen der Verarbeitung von Beschäftigtendaten, einschließlich Zweckbindung, Verhältnismäßigkeit und Transparenzpflichten. Aktuelle Entscheidungen des Gerichtshofs der Europäischen Union, der Datenschutzbehörde (DSB) sowie Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA) werden systematisch eingeordnet und auf ihre Bedeutung für die Praxis überprüft.
Ein zentraler Mehrwert liegt in der klaren Darstellung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei Überwachungsmaßnahmen, Standard-Software und KI-gestützten Systemen. Dabei werden sowohl rechtliche Instrumente als auch Grenzen der Durchsetzbarkeit und Verantwortlichkeitsfragen im Datenschutz behandelt.
Darüber hinaus wird der Einsatz von KI im HR-Management datenschutzrechtlich analysiert. Behandelt werden Art. 22 DSGVO, automatisierte Entscheidungen, relevante EuGH-Entscheidungen (u. a. SCHUFA Holding, Dun & Bradstreet Austria) sowie Anforderungen an Datenschutz by Design bei Auswahl und Nutzung von KI-Tools.
Die Teilnehmer erhalten damit eine belastbare Orientierung zu Risiken, Graubereichen und zulässigen Handlungsspielräumen im Beschäftigtendatenschutz – ohne Vereinfachungen und ohne unrealistische Erwartungshaltungen.
Kursinhalte
Europarechtliche Grundlagen des Beschäftigtendatenschutzes- DSGVO als primärer Rechtsrahmen für Beschäftigtendaten
- Auslegung durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)
- Begrenzte nationale Gestaltungsspielräume im Arbeitsrecht
- Rechtsgrundlagen nach DSGVO
- Grundsätze der Datenverarbeitung im Beschäftigungskontext
- Anforderungen an Zweckbindung und Verhältnismäßigkeit
- Mitbestimmungsrechte bei Überwachungs- und KI-Systemen
- Rolle von Betriebsvereinbarungen bei Datenschutzmaßnahmen
- Praktische Durchsetzungsmöglichkeiten und Grenzen
- Arbeitgeber als Verantwortlicher
- Datenschutzrechtliche Rolle des Betriebsrats
- Abgrenzung von Verantwortlichkeit und Mitwirkung
- Einsatz betrieblicher Standard-Software und Sicherheitstools
- Erhebung und Auswertung von Beschäftigtendaten
- Datenschutzrechtliche Bewertung der Erforderlichkeit
- Anwendungsfelder von KI im Recruiting und Personalentwicklung
- Art. 22 DSGVO und automatisierte Einzelentscheidungen
- Relevante EuGH-Rechtsprechung (SCHUFA Holding, Dun & Bradstreet)
- Entscheidungen der Datenschutzbehörde (DSB)
- Verfahren vor BVwG und VwGH mit Arbeitsrechtsbezug
- Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA)
Enthaltene Module
Zielgruppe
- Datenschutzbeauftragte & IT-Verantwortliche mit Know-how im Datenschutzrecht
- Rechtsanwälte, Unternehmensjuristen & Rechtsanwaltsanwärter mit dem Fokus auf Datenschutz
- Führungskräfte und Mitarbeiter, die sich mit dem Thema Datenschutz befassen
