Warum lohnt sich dieser Kurs?
Öffentliche Auftraggeber haben mehr Gestaltungsspielraum als oft angenommen – dieses Seminar zeigt, wie Sie ihn rechtssicher ausschöpfen. Von der strategischen Markterkundung über die Leistungsbeschreibung bis hin zur Entwicklung rechtssicherer Zuschlagskriterien.Kursüberblick
Öffentliche Auftraggeber sind im Vergabeverfahren weit mehr als passive Empfänger von Angeboten – sie gestalten aktiv, welche Leistungen beschafft werden und wie. Das Leistungsbestimmungsrecht bildet dabei die zentrale rechtliche Grundlage: Es erlaubt Auftraggebern, den Beschaffungsgegenstand eigenverantwortlich zu definieren, sofern dies sachlich begründet und diskriminierungsfrei erfolgt. In diesem Seminar erarbeiten Sie, wie eine strategische Markterkundung nach BVergG 2026 rechtssicher durchgeführt wird – von klassischen Methoden bis hin zum Einsatz von KI-Tools. Sie lernen, wie aus Markterkenntnissen funktionale oder technische Leistungsbeschreibungen entwickelt werden, und wie Innovation sowie Optionen vergaberechtlich korrekt eingebunden werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Gestaltung von Eignungs- und Zuschlagskriterien: Wie wird die Auswahllogik nachvollziehbar dokumentiert? Welche Bewertungsmethoden sind zulässig? Und wie geht man mit der Vorarbeitenproblematik und potenziellen Interessenkonflikten um? Praxisnahe Beispiele aus realen Vergabeverfahren – eingebracht von zwei Experten mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Vergaberecht und Marktforschung für die öffentliche Hand – machen das Seminar zu einem direkt anwendbaren Handwerkszeug für die tägliche Beschaffungspraxis.Kursinhalte
Den Markt verstehen – Grundlagen und Methoden der Markterkundung- Wann ist eine Markterkundung sinnvoll oder notwendig?
- Methoden der Markterkundung nach BVergG 2026
- Proof of Concept und Proof of Technology im Beschaffungskontext
- Einsatz von KI-Tools bei der Markterkundung
- Leistungsbestimmungsrecht des Auftraggebers: Reichweite und Grenzen
- Funktionale vs. technische Leistungsbeschreibung: Wann was?
- Umgang mit Innovation im Beschaffungsgegenstand
- Optionen vergaberechtlich regeln
- Eignungskriterien und Auswahllogik rechtssicher entwickeln
- Zuschlagskriterien: Anforderungen und Gestaltungsspielraum
- Bewertungsmethoden und Preisanforderungen im Vergleich
- Auftragswertschätzung und Auftragswerterweiterung
- Vorarbeitenproblematik: Wann wird ein Bieter zum Befangenen?
- Interessenkonflikte erkennen und dokumentieren
- Transparenz- und Dokumentationspflichten im Überblick
- Umgang mit fehlenden Marktlösungen – Alternativen und Plan B
Zielgruppe
- Mitarbeitende in öffentlichen Vergabestellen und Beschaffungsabteilungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene
- Juristen und Rechtsberater mit Schwerpunkt öffentliches Auftragswesen und Vergaberecht
- Compliance-Beauftragte und interne Revisorinnen in öffentlich-nahen Unternehmen und Sektorenauftraggebern
- Projektverantwortliche und technische Fachkräfte, die Leistungsbeschreibungen und Ausschreibungsunterlagen erstellen
- Berater und Anwälte, die öffentliche Auftraggeber oder Bieter in Vergabeverfahren begleiten
