Immobilienbewertung einfach erklärt
Was ist eine Immobilie wirklich wert? Eine scheinbar einfache Frage, auf die es selten eine einfache Antwort gibt. Denn Quadratmeterzahl und Lage bestimmen noch keinen Immobilienwert. Zustand, Nutzungsmöglichkeiten, Mietverträge, Rechte, Energieeffizienz und die aktuelle Marktsituation können den Wert einer Wohnung, eines Hauses oder Grundstücks erheblich beeinflussen.
Warum ist eine Immobilienbewertung sinnvoll?
Eine Immobilienbewertung schafft Klarheit, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden: beim Verkauf oder Kauf, bei einer Erbschaft oder Scheidung, im Zuge einer Finanzierung oder für die langfristige Vermögensplanung. Gerade in einer Stadt wie Wien mit sehr unterschiedlichen Lagen, Gebäudetypen und rechtlichen Rahmenbedingungen ist eine sachliche Einschätzung wertvoller als ein Bauchgefühl.
Doch bevor es um Bewertungsverfahren, Verkehrswert oder konkrete Einflussfaktoren geht, stellt sich zunächst eine grundlegende Frage: Was passiert bei einer Immobilienbewertung eigentlich genau?
Was ist eine Immobilienbewertung?
Bei einer Immobilienbewertung wird der Wert einer Liegenschaft oder eines Immobilienobjekts zu einem bestimmten Bewertungsstichtag ermittelt. Dafür werden zahlreiche Informationen zusammengeführt: von Lage und Grundstücksgröße über den baulichen Zustand bis hin zu Mietverhältnissen, Nutzungsmöglichkeiten und aktuellen Marktdaten. In Österreich bildet insbesondere das Liegenschaftsbewertungsgesetz (LBG) eine wesentliche Grundlage für die Bewertung von Liegenschaften. Ziel einer professionellen Immobilienbewertung ist es dabei nicht, einen möglichst hohen oder niedrigen Preis festzulegen. Vielmehr soll nachvollziehbar ermittelt werden, welcher Wert unter Berücksichtigung der relevanten Eigenschaften, rechtlichen Rahmenbedingungen und Marktverhältnisse sachgerecht ist.
Wann braucht man eine Immobilienbewertung?
Eine Immobilienbewertung schafft Klarheit, wenn der Wert einer Wohnung, eines Hauses oder Grundstücks für eine wichtige Entscheidung benötigt wird. Je nach Anlass können dabei unterschiedliche Anforderungen an die Bewertung bestehen.
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1
Verkauf einer Immobilie
Wer verkaufen möchte, braucht eine realistische Einschätzung des Immobilienwerts. So lässt sich ein Angebotspreis fundierter festlegen und besser beurteilen, welcher Preis am Markt tatsächlich erzielbar sein könnte.
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2
Kauf einer Immobilie
Käufer*innen können mithilfe einer Bewertung besser einschätzen, ob der verlangte Preis zu Lage, Zustand, Ausstattung und Marktsituation passt.
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3
Finanzierung
Bei einer Immobilienfinanzierung spielt der Objektwert eine wichtige Rolle. Banken können dabei eigene Bewertungsverfahren und Vorgaben anwenden, weshalb ihre Einschätzung von einer privaten Bewertung abweichen kann.
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4
Erbschaft
Bei einer Erbschaft kann eine nachvollziehbare Bewertung helfen, den Wert einer Immobilie festzustellen, etwa wenn mehrere Personen beteiligt sind oder eine Liegenschaft übernommen beziehungsweise aufgeteilt werden soll.
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5
Scheidung oder Vermögensaufteilung
Soll eine gemeinsame Immobilie verkauft oder von einer Person übernommen werden, kann eine Bewertung eine sachliche Grundlage für weitere Entscheidungen und mögliche Ausgleichszahlungen schaffen.
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6
Vermögensplanung und Investment
Bei Anlage- und Mietobjekten hilft eine Bewertung dabei, Immobilienwerte und Ertragspotenziale besser einzuordnen. Relevant sind unter anderem Mieterträge, Kosten, Marktentwicklung und die langfristige Nutzung.
Verkehrswert und Marktpreis: Was ist der Unterschied?
Im Alltag werden Verkehrswert, Marktwert und Kaufpreis gerne gleichgesetzt. Ganz dasselbe ist damit allerdings nicht gemeint. Das österreichische Liegenschaftsbewertungsgesetz definiert den Verkehrswert als jenen Preis, der bei einer Veräußerung üblicherweise im redlichen Geschäftsverkehr erzielt werden kann. Persönliche Vorlieben oder ideelle Wertvorstellungen einzelner Personen sollen dabei außer Acht gelassen werden. Vereinfacht gesagt versucht der Verkehrswert also, den unter üblichen Marktbedingungen erzielbaren Wert einer Immobilie möglichst objektiv abzubilden. Der tatsächlich vereinbarte Kaufpreis kann davon trotzdem abweichen.
Gründe dafür können beispielsweise sein:
• besonderer Zeitdruck auf Käufer- oder Verkäuferseite
• eine außergewöhnlich hohe oder niedrige Nachfrage
• individuelle Verhandlungssituationen
• strategische Interessen
• persönliche Motive
• besondere Finanzierungsbedingungen
Eine Immobilie mit einem ermittelten Verkehrswert von beispielsweise 500.000 Euro muss deshalb nicht exakt um 500.000 Euro verkauft werden. Die Bewertung liefert eine fachlich begründete Einschätzung. Der tatsächliche Kaufpreis entsteht letztlich im konkreten Geschäft.
Die wichtigsten Methoden der Immobilienbewertung im Vergleich
Welche Methode zur Anwendung kommt, hängt vor allem von der Art der Immobilie, ihrer Nutzung und der verfügbaren Datenbasis ab. Denn nicht jedes Verfahren eignet sich gleichermaßen für jede Liegenschaft: Während bei manchen Objekten vergleichbare Kaufpreise besonders aussagekräftig sind, stehen bei anderen die erzielbaren Erträge oder die bauliche Substanz im Vordergrund. Die drei klassischen Verfahren unterscheiden sich daher vor allem darin, aus welcher Perspektive der Immobilienwert betrachtet wird.
Vergleichswertverfahren
Beim Vergleichswertverfahren wird die zu bewertende Immobilie mit tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Immobilien verglichen.
Das Verfahren bietet sich insbesondere an, wenn ausreichend geeignete Vergleichsdaten vorhanden sind, etwa bei:
• Eigentumswohnungen
• unbebauten Grundstücken
• Reihenhäusern
• vergleichbaren Wohnimmobilien
Entscheidend ist dabei das Wort „vergleichbar“. Schon Unterschiede bei Mikrolage, Stockwerk, Zustand, Grundriss oder Freiflächen können sich auf den Wert auswirken.
Ertragswertverfahren
Beim Ertragswertverfahren steht im Mittelpunkt, welche Erträge eine Immobilie nachhaltig erwirtschaften kann. Das Verfahren ist daher besonders für Objekte relevant, die vermietet oder als Investment genutzt werden.
Typische Anwendungsfälle sind:
• Zinshäuser
• vermietete Wohnimmobilien
• Bürogebäude
• Geschäftslokale
• andere Ertragsimmobilien
Für die Bewertung werden unter anderem nachhaltig erzielbare Mieterträge, Bewirtschaftungskosten und die marktübliche Kapitalverzinsung berücksichtigt. Bestehende Mietverträge können den Immobilienwert daher wesentlich beeinflussen. Gerade bei vermieteten Objekten reicht es deshalb nicht aus, nur Lage, Fläche und Zustand zu betrachten. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Vermietung spielen eine zentrale Rolle.
Sachwertverfahren
Beim Sachwertverfahren steht der Wert der baulichen Substanz im Vordergrund. Vereinfacht gesagt wird betrachtet, welchen Wert Grundstück und Gebäude unter Berücksichtigung ihres aktuellen Zustands haben.
In die Bewertung fließen unter anderem ein:
• Bodenwert
• Bauwert des Gebäudes
• Alter und Zustand der Bausubstanz
• technische und wirtschaftliche Wertminderungen
• wertrelevante Nebenanlagen oder sonstige Bestandteile
Das Sachwertverfahren eignet sich besonders für Immobilien, bei denen nicht die laufenden Erträge, sondern die Eigennutzung und die vorhandene Bausubstanz im Mittelpunkt stehen, etwa bei Einfamilienhäusern. Wichtig ist dabei: Der reine Herstellungswert eines Gebäudes entspricht nicht automatisch seinem Marktwert. Auch Lage, Nachfrage und die tatsächlichen Marktverhältnisse müssen bei der abschließenden Bewertung berücksichtigt werden.
Weitere Bewertungsverfahren
Neben Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren kommen je nach Immobilie und Bewertungszweck auch weitere Methoden zum Einsatz. Sie sind vor allem dann relevant, wenn zukünftige Entwicklungen, Zahlungsströme oder Projektpotenziale stärker in die Bewertung einbezogen werden müssen.
Dazu zählen beispielsweise:
• Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF): Zukünftige Ein- und Auszahlungen einer Immobilie werden prognostiziert und auf den Bewertungsstichtag abgezinst. Das Verfahren kommt vor allem bei komplexeren Immobilieninvestments zum Einsatz.
• Residualwertverfahren: Dieses Verfahren wird häufig bei Projektentwicklungen oder Grundstücken eingesetzt. Vereinfacht gesagt wird vom erwarteten Wert des fertigen Projekts auf den möglichen Wert des Grundstücks beziehungsweise der Entwicklung zurückgerechnet.
Welche Methode letztlich geeignet ist, hängt immer vom konkreten Bewertungsobjekt, dem Bewertungszweck und der verfügbaren Datenbasis ab. In der Praxis können auch mehrere Verfahren herangezogen werden, um ein Ergebnis zusätzlich zu plausibilisieren.
Bewertungsmethoden
Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren in der Praxis
Was beeinflusst den Immobilienwert in Wien?
Der Wiener Immobilienmarkt ist alles andere als einheitlich. Selbst innerhalb eines Bezirks können sich Immobilienwerte deutlich unterscheiden. Nicht nur das Grätzl, sondern auch die konkrete Straße, Verkehrsanbindung, Lärmbelastung, Aussicht oder das unmittelbare Wohnumfeld können eine Rolle spielen.
Hinzu kommen sehr unterschiedliche Gebäudetypen, vom Gründerzeithaus über den klassischen Wohnbau bis zum modernen Neubau. Bei vermieteten Objekten können außerdem bestehende Mietverhältnisse und rechtliche Rahmenbedingungen besonders relevant sein.
Doch auch außerhalb Wiens gilt: Der Wert einer Immobilie entsteht nie aus einem einzelnen Merkmal. Erst das Zusammenspiel verschiedener Faktoren ergibt ein aussagekräftiges Gesamtbild.
Die wichtigsten Wertfaktoren
Welche Faktoren besonders ins Gewicht fallen, hängt von der Immobilie, ihrer Nutzung und der jeweiligen Marktsituation ab. Folgende Aspekte spielen bei der Bewertung besonders häufig eine Rolle.
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Lage und Mikrolage
Bezirk und Region sind nur ein Teil der Lagebewertung. Auch Verkehrsanbindung, Infrastruktur, Lärm, Grünflächen, Aussicht und das unmittelbare Umfeld können den Wert einer Immobilie wesentlich beeinflussen.
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Zustand und Ausstattung
Baujahr, Sanierungen, Gebäudesubstanz und technische Ausstattung spielen eine wichtige Rolle. Auch Lift, Freiflächen, Stellplätze oder ein anstehender Sanierungsbedarf können sich auf den Immobilienwert auswirken.
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Größe und Grundriss
Nicht jeder Quadratmeter ist gleich viel wert. Neben der Fläche kommt es darauf an, wie gut Räume geschnitten und nutzbar sind. Ein effizienter Grundriss kann deshalb attraktiver sein als eine größere, ungünstig aufgeteilte Immobilie.
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Rechtliche Situation
Eigentumsverhältnisse, Wohn- und Nutzungsrechte, Dienstbarkeiten, Baurechte oder andere Belastungen können die Nutzung einer Immobilie einschränken und müssen bei der Bewertung entsprechend berücksichtigt werden.
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Mietverträge
Bei vermieteten Immobilien sind Miethöhe, Befristung, mietrechtliche Rahmenbedingungen und nachhaltig erzielbare Erträge relevant. Bestehende Mietverhältnisse können den Immobilienwert daher deutlich beeinflussen.
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Energieeffizienz
Heizsystem, Gebäudehülle und Energiebedarf wirken sich auf laufende Kosten und möglichen Investitionsbedarf aus. Die energetische Qualität wird deshalb zunehmend zu einem relevanten Faktor bei der Immobilienbewertung.
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Marktsituation
Auch Angebot, Nachfrage, Finanzierungsmöglichkeiten und die Entwicklung des jeweiligen Teilmarkts beeinflussen den Wert. Eine Immobilienbewertung bezieht sich deshalb immer auf einen bestimmten Bewertungsstichtag.
Wohnung, Haus oder Grundstück: Was wird unterschiedlich bewertet?
Die grundlegenden Bewertungsmethoden bleiben dieselben. Welche Faktoren besonders wichtig sind, hängt jedoch stark von der Art der Immobilie ab. Bei einer Eigentumswohnung stehen andere Merkmale im Vordergrund als bei einem Einfamilienhaus oder unbebauten Grundstück.
Eigentumswohnung bewerten
Bei einer Wohnung zählt nicht nur die Wohnfläche. Auch die Lage innerhalb des Gebäudes, der Zustand des Hauses und vorhandene Freiflächen können den Wert beeinflussen.
Besonders relevant sind:
• Stockwerk und Lift
• Grundriss und Belichtung
• Balkon, Terrasse oder Garten
• Zustand und Ausstattung der Wohnung
• Keller, Stellplatz und Nebenflächen
• Zustand des gesamten Gebäudes
• anstehende Sanierungen und Rücklagen
• rechtliche Besonderheiten des Wohnungseigentums
Haus bewerten
Bei einem Haus werden Grundstück und Gebäude gemeinsam betrachtet. Neben Größe und Lage spielen vor allem Bausubstanz, Sanierungszustand und die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten eine Rolle.
Wichtige Faktoren sind:
• Grundstücksgröße und Lage
• Gebäudealter und Bauqualität
• Wohn- und Nutzfläche
• Keller, Garage und Nebengebäude
• Sanierungszustand
• Energieeffizienz und Heizsystem
• Garten und Außenflächen
• Erweiterungs- und Nutzungsmöglichkeiten
Grundstück bewerten
Bei einem unbebauten Grundstück ist nicht allein entscheidend, wie groß es ist. Besonders wichtig ist, was auf dem Grundstück tatsächlich gebaut und wie es genutzt werden kann.
Entscheidend sind unter anderem:
• Widmung und Bebauungsbestimmungen
• Größe und Zuschnitt
• mögliche bauliche Ausnutzung
• Aufschließung und Zufahrt
• Topografie und Beschaffenheit
• Lage und Nachfrage
• Rechte und Belastungen
Ein größeres Grundstück muss daher nicht automatisch wertvoller sein. Eine ungünstige Form, eingeschränkte Bebaubarkeit oder bestehende Belastungen können seinen Wert erheblich beeinflussen.
Immobilien bewerten
Praxiswissen für Wohnung, Haus & Grundstück
Welche Unterlagen braucht man für eine Immobilienbewertung?
Eine aussagekräftige Bewertung braucht verlässliche Informationen. Welche Dokumente erforderlich sind, hängt von Objekt und Bewertungszweck ab. Je vollständiger die Unterlagen sind, desto weniger muss bei der Bewertung mit Annahmen gearbeitet werden.
Checkliste: die wichtigsten Unterlagen
Nicht jedes Dokument wird bei jeder Immobilie benötigt. Welche Unterlagen tatsächlich relevant sind, sollte daher immer anhand des konkreten Bewertungsfalls entschieden werden.
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Grundbuchsauszug
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Pläne und Grundrisse
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Wohn- und Nutzflächenangaben
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Bau- und Benützungsbewilligungen, soweit relevant
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Widmungs- und Bebauungsinformationen bei Grundstücken
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Energieausweis
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Nachweise über Sanierungen und Investitionen
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Betriebskosten und Rücklagen bei Eigentumswohnungen
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relevante Unterlagen der Hausverwaltung
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Mietverträge bei vermieteten Immobilien
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Angaben zu Mieterträgen und Befristungen
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Unterlagen zu Wohnrechten, Dienstbarkeiten oder anderen Belastungen
Wie läuft eine Immobilienbewertung ab?
Sind die notwendigen Unterlagen vorhanden, kann die eigentliche Bewertung beginnen. Der genaue Ablauf hängt von Immobilie und Bewertungszweck ab, folgt in der Praxis jedoch meist einer ähnlichen Struktur.
In 7 Schritten zum Immobilienwert
Eine sorgfältige Bewertung berücksichtigt nicht nur das Objekt selbst, sondern auch Unterlagen, Marktdaten und den jeweiligen Bewertungszweck.
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1
Bewertungszweck und Stichtag festlegen
Zunächst wird geklärt, warum die Immobilie bewertet wird und für welchen Zeitpunkt der Wert ermittelt werden soll. Beides beeinflusst die weitere Vorgehensweise.
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2
Unterlagen und Objektdaten prüfen
Grundbuch, Pläne, Flächenangaben, Mietverträge und weitere relevante Dokumente werden gesichtet. Fehlende oder widersprüchliche Informationen sollten dabei möglichst früh erkannt werden.
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3
Immobilie und Lage beurteilen
Zustand, Ausstattung, Nutzungsmöglichkeiten und Besonderheiten des Objekts werden analysiert. Ebenso wichtig ist die konkrete Lage, von der Infrastruktur bis zum unmittelbaren Umfeld.
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4
Markt- und Vergleichsdaten analysieren
Geeignete Kaufpreise, Marktdaten oder Mieterträge werden herangezogen. Dabei ist entscheidend, dass die verwendeten Daten tatsächlich zur Immobilie und zum Bewertungsstichtag passen.
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5
Bewertungsverfahren auswählen
Je nach Objekt und Bewertungszweck kommt das passende Verfahren zum Einsatz, beispielsweise das Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren.
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6
Immobilienwert ermitteln
Auf Grundlage der erhobenen Daten und des gewählten Verfahrens wird der Wert der Immobilie abgeleitet und nachvollziehbar begründet.
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7
Ergebnis plausibilisieren
Zum Abschluss wird geprüft, ob das Ergebnis mit der Marktsituation und den Eigenschaften der Immobilie schlüssig zusammenpasst. Dadurch lassen sich typische Fehler wie ungeeignete Vergleichsdaten, übersehene Belastungen oder unplausible Annahmen eher erkennen.
Fazit: Immobilienwerte richtig einordnen
Eine verlässliche Immobilienbewertung beginnt mit der richtigen Frage: Was soll bewertet werden, und zu welchem Zweck? Darauf aufbauend gilt es, die vorhandenen Informationen richtig einzuordnen. Lage, Zustand, Mietverhältnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und Marktdaten bekommen ihren tatsächlichen Stellenwert erst im Zusammenspiel mit dem passenden Bewertungsverfahren. So entsteht aus vielen einzelnen Informationen eine nachvollziehbare Gesamtbetrachtung, auf deren Grundlage sich der Wert einer Immobilie fundiert ableiten lässt.

